Eine außergewöhnliche Junioren-Europameisterschaft erlebten die Juniorinnen und Junioren 2008 in Dän

(19.07.2008 von Axel Enderes – DRIV SK IFS, 2050 mal gesehen)

Kann das Ergebnis von 2006 mit 8 Goldmedaillen noch gesteigert werden? Diese Frage stellten sich viele vor der JEM 2008 in Dänemark. Die Hoffnungen in die deutsche Nationalmannschaft waren schon sehr hoch und der Traum von 8 Goldmedaillen war heftig. Was sich aber dann auf der Bahn und der Strasse abspielte übertraf die Erwartungen bei weitem. Mit den überragenden Sportlerinnen Mareike Thum, Alisa Gutermuth und Katharina Rumpus an der Spitze konnten sich die deutschen Sportlerinnen und Sportler immer weiter steigern. Der Zusammenhalt im Team war extrem stark und dies war einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren. Hierbei spielt es keine Rolle, welche Medaille dabei heraussprang. Das Team war geschlossen, in der Freude und im Leid. Es wurde miteinander gefeiert und es wurde gegenseitig getröstet, wenn es nicht so lief. Viele Einzelträume sind zerplatzt und es sind bittere Tränen geflossen, aber jede einzelne Leistung muss gewürdigt werden und nicht nur der Titel sollte allein im Vordergrund stehen. Ein vierter Platz ist bitter, da der Gang auf die Siegerstufen nicht möglich ist, aber für den einzelnen Sportler oder Sportlerin zählt er natürlich genauso viel wie er in Verbindung mit der Teamleistung zählt. Im Speedskating muss auch gelernt werden, dass es nur einen Sieger geben kann und somit die anderen als Unterstützung einen sehr wichtigen Part spielen und sich leider mit den Plätzen zufrieden geben müssen.
Die beiden deutschen Erfolgstrainer Katharina Berg und Bernd Rumpus hatten die Sportler optimal eingestellt und konnten sie immer wieder zu Höchstleistungen animieren. Durch die vielen Europameistertitel gingen die Leistungen der anderen leider völlig unter. Aber gerade die Teamleistung ist es, die solche Höchstleistungen unterstützt. Deshalb gilt der Dank der deutschen Speedskaterfreunde dem ganzen Team.
Dänemark hatte zum ersten Mal eine Europameisterschaft ausgerichtet. Das sportliche Umfeld war sehr gut vorbereitet worden. Die Bahn in Slagelse war für unsere Sportler sehr gewöhnungsbedürftig. Der Betonbelag und die überhöhten Kurven sind schwer zu fahren und forderten immer wieder ihren Tribut. Aber Rennen für Rennen konnten sich unsere Asse besser an die Bahn gewöhnen und die Erfolge erringen. In Naestved gab es einen Straßenkurs auf Asphalt, der keine Überraschungen bot. Die dänischen Organisatoren waren sehr um Sportler und Publikum bemüht, aber dennoch muss gesagt werden, dass der Flair einer EM nicht zu spüren war. Dies begann bei der fehlenden Ausschilderung, der nicht vorhandenen Werbung und endete in einer minimalen Verpflegungssituation. Ausrichter einer EM sollten in Zukunft verpflichtet werden, diesem Status auch in allem gerecht zu werden.
Die technische Grundausstattung im Speedskating bekommt immer mehr Bedeutung. Die Rollenwahl ist heute so entscheidend wie die Reifenwahl bei der Formel 1. Dies zeigte sich besonders bei der Bahn in Slagelse, wo die Wahl der richtigen Rollen einem Glückspiel gleich kam. Morgens war die Bahn anders zu laufen als nachmittags und je nach Sonneneinstrahlung mussten andere Rollen oder sogar Rollenkombinationen gewählt werden. In die diesem Jahr fuhren die deutschen Sportlerinnen und Sportler zum ersten Mal mit hochwertigen Funkgeräten der Firma Alcan. Die dadurch mögliche direkte Einflussnahme der Trainer auf die im Wettkampf befindlichen Sportler ist ein nicht zu unterschätzender Erfolgsfaktor. Der DRIV hat die Notwendigkeit der technischen Unterstützung erkannt und wird diese entsprechend fördern. Für die nächste JEM können unsere Trainer mittels einer Hochgeschwindigkeitskamera sogar Laufstudien machen.
Aber die beste Technik kann keine Meister schaffen. Hierfür sind die Vereine und Verbände zuständig. Die meisten Medaillen in Dänemark gingen auf das Konto von Vereinen, die sich sehr der Nachwuchsarbeit verschrieben haben. Hierbei spielte die ERSG Darmstadt mit den Mitgliedern des Destination Teams eine entscheidende Rolle. Die dort gelebte Philosophie, nach der ehrgeizige Sportlerinnen und Sportler auch extrem gefördert werden und der Teamgedanke gelebt wird, scheint der Garant für Erfolge zu sein. Andere Vereine folgen bereits diesem Gedanken. Besonders in Baden Württemberg wird die Nachwuchsförderung sehr intensiv betrieben; diese zeigen die 4 Goldmedaillen von Katharina Rumpus. Es wäre wünschenswert, wenn dies auch die vielen Vereine tun würden, die sich heute noch zu sehr dem Seniorensport verschrieben haben. Die Zukunft des Speedskatens und auch die mögliche Olympiareife liegen bei den Jugendlichen. Sie sind diejenigen, die vielleicht mal an Olympia teilnehmen können. Erste Reaktionen zeigen schon die Wirkung; Vereine nehmen die Erfolge in Dänemark um ihre eigenen Jugendlichen zu motivieren. Es ist wie überall, Vorbilder oder neudeutsch Heros werden gebraucht und die haben wir in Dänemark ausgiebig gesehen.
Aber alles, Technik und optimale Vereinsarbeit, nützen nichts, wenn der eiserne Wille der Sportlerinnen und Sportler nicht vorhanden ist. In Dänemark war sehr gut sichtbar, dass Talent gepaart mit Trainingseifer und dem Willen zu Höchstleistungen untrennbar verbunden sind. So trainieren die beiden überragenden Sportlerinnen Alisa Gutermuth und Mareike Thum jeden Tag (teilweise mehrmals am Tag) und scheuen sich auch nicht neue Trainingsformen, wie z.B. Höhentraining anzuwenden. Laethisia Schimek hat bei ihrer Goldmedaille über 500 m sehr schön gezeigt, wozu ein eiserner Wille fähig ist. Nicht vergessen werden darf, dass viele Medaillen nur durch die geschlossene Teamarbeit möglich waren. So gibt es viele Väter für diese grandiosen Erfolge.
Gerade Väter könnten auch bei unseren Sportlerinnen die treibende Kraft sein. Die Väter von Alisa Gutermuth und Katharina Rumpus sind erfolgreiche Trainer und leben, wie ihre Kinder für diesen Sport. Und für den Sport muss man leben. Ohne die innere Einstellung geht nichts. Abschließend darf allen Sportlerinnen und Sportlern für ihren Einsatz gedankt werden, auch den vielen ehrenamtlichen Helfern und den Fans, die wie eine Person hinter der Mannschaft standen. So werden Meister gemacht und so soll es weitergehen.


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